Villa Reale

Margherita von Savoyen

Margherita war die Tochter vom Herzog Ferdinando von Genova, der jüngeren Bruder von Vittorio Emanuele II, und Elisabetta von Sachsen. Sie war sehr jung, als sie den Cousin Umberto von Savoyen heiratete. 1868 war Margherita noch nicht achtzehn, aber hatte schon alle die Merkmale, um eine perfekte künftige Königin zu werden: Sie war blond, hatte ein nobles und stolzes Gesicht, hatte eine tadellose Bildung bekommen, war stolz und bewusst ihrer institutionellen Rolle. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters, 1878, wurde Margherita die erste Königin von Italien, da Vittorio Emanuele schon Witwer zur Zeit der Einigung des Landes unter der Regentschaft von Savoyen. Sie war ein raffiniertes Mädchen, hatte einen ausgeprägten Geschmack der Theatralik und des Luxus, hatte aber auch die Fähigkeit, einfach und annehmend mit dem Volk zu sein. Sie wurde sofort das Bild der Monarchie. Sie liebte die Kultur, war die unvergleichbare und sehr elegante Protagonistin der funkelnden Bälle von Quirinale, Sie hat sich mit unnachahmlichem Engagement sowohl mit Wohltätigkeitsveranstaltungen als auch mit der Steigerung der Kunst und der Kultur, der Gründung der kulturellen Einrichtungen (Società del Quartetto) beschäftigt. Sie wurde von den Intellektuellen geliebt, die anstreben, in ihren intellektuellen Zirkel einzutreten; sie wurde von zahlreichen Dichtern gesungen (dank ihrem Reiz hatte Carducci seine strenge republikanische Gesinnung gemildert und hatte ihr einige Prosa- und Lyrikwerke gewidmet), auch nach dem tragischen Anschlag in Monza. Sie wurde Witwe und blieb eine sehr geliebte und von dem Volk vergötterte Persönlichkeit. Sie starb in Bodighera im Jahr 1924. 

(1851-1926)